Deutsch-Französische Neuigkeiten
Deutscher Sprachunterricht in einer Sackgasse: Parlamentsbericht
Die Ergebnisse des am Donnerstag dem Bildungsminister vorgelegten parlamentarischen Berichts zeigen, so Edouard Geffray, eine besorgniserregende Bilanz des Deutschunterrichts in Frankreich und des Französischunterrichts in Deutschland auf. Das Dokument, das von den Abgeordneten Frédéric Petit und Jeanne Dillschneider im Anschluss an eine Umfrage unter Verantwortlichen des Bildungswesens verfasst wurde, wurde Ende Juni von der Deutsch-Französischen Parlamentarischen Versammlung verabschiedet.
Die Bilanz ist ernüchternd: Der Anteil der französischen Schüler, die in der Sekundarstufe Deutsch lernen, ist von 16 % im Jahr 2018 auf heute 12,4 % gesunken, während sich die Zahl der Lehrkräfte innerhalb von zwanzig Jahren halbiert hat und weiterhin um etwa 200 Stellen pro Jahr zurückgeht.
Nach Ansicht der Autoren hat die Ende 2022 von beiden Ländern eingeleitete Rehabitilationsstrategie zwar dazu beigetragen, das Thema auf die politische Tagesordnung zu setzen, jedoch noch nicht den angesichts des Ausmaßes der Krise notwendigen strukturellen Aufschwung ausgelöst.
Der Bericht weist insbesondere auf die Grenzen einer zu stark auf Grammatik und Korrektur ausgerichteten Pädagogik hin und plädiert für mehr mündlichen Unterricht, mehr Toleranz gegenüber Fehlern der Schüler sowie einen verstärkten Einsatz zweisprachiger audiovisueller Medien. Er empfiehlt außerdem, Deutschlernende verstärkt in gemeinsame Kurse unterzubringen, um ihr Zugehörigkeitsgefühl zu stärken, die zweisprachigen Klassen mit gleicher Stundenzahl ab der sechsten Klasse wieder einzuführen und die für Deutsch vorgesehenen Unterrichtsstunden, die oft als Ausgleichsvariable genutzt werden, unantastbar zu machen.
Was die Arbeitsbedingungen betrifft, schlagen die Abgeordneten vor, die Aufteilung der Lehrkräfte auf mehrere Schulen zu begrenzen, denjenigen, die Austauschprogramme und Schulausflüge organisieren, Entlastungsstunden zu gewähren und die Doppelqualifikation nach deutschem Vorbild auszubauen. Schließlich möchten sie die Mobilität junger Menschen stärken, die mit der deutschen Sprache verbundenen Berufsmöglichkeiten besser hervorheben und die digitalen Lerninstrumente modernisieren.
Angesichts dieses Rückgangs bleibt das Erlernen der deutschen Sprache jedoch eine strategische Herausforderung für Frankreich, sowohl im Hinblick auf die deutsch-französischen Beziehungen als auch auf die berufliche Eingliederung junger Menschen; deshalb fordern die Abgeordneten, die für diese Sprache vorgesehenen Unterrichtsstunden zu sichern, den zweisprachigen Unterricht ab der 6. Klasse wieder einzuführen und die pädagogischen Methoden und Instrumente grundlegend zu modernisieren.
Quelle: Les Echos „Der Deutschunterricht muss laut einem Bericht überarbeitet werden“, 16.07.2026; 20minutes mit AFP „Bildungswesen: Abgeordnete versuchen, den Deutschunterricht vor dem freien Fall zu retten“, 16.07.2026.